Monsoon finally arrived in Delhi. The bad thing is, that the office becomes a kind of prison when you have a rain like this at the outside.
Ja, ganz schön blöd jetzt irgendwie. Eigentlich wollte ich seit ca. 45 min zuhause sein. Allerdings hat vor einer Stunde der Regen eingesetzt. Es ist ja nicht so, das wir uns hier nicht über den Regen freuen würden, nein. Immerhin kühlt die Luft durch den Regen doch immerhin um ganze 2-3 Grad ab. Die Luftfeuchte steigt dafür um 80%.
Aber wenn man mir den Feierabend kaputt macht, dann hört der Spass aber auf. Anstatt nun Zuhause mit Bier und Buch bewaffnet vor der offenen Balkontür zu sitzen und dem Regen zuzuhören, sitz ich jetzt hier im Büro, ohne Bier, bei geschlossener Tür, mit meinem Mac und verbreite unsinnige Gedanken im Internet. (Naja, irgendeiner musst's ja tun)
Und jetzt komm mir bloß keiner blöd daher, von wegen: "Nimm dir halt nen Regenschirm und lauf nach Hause und so." Monsun ist Regen von allen nur denkbaren Seiten. Oben, unten, rechts, links. Das ist so, als wenn jemand mit nem Regenschirm durch nen Swimmingpool laufen würde. Das wäre genauso hirnverbrannt.
Ansonsten kann ich schonmal ein wenig von meinem letzten Wochenende berichten. Die Erlebnisse dieses Trips mal wieder ungeschlagen von den vorherigen. War zusammen mit einem Freund, den ich hier in Delhi kennengelernt habe, im Himalaya zum wandern. Dort wollten wir ursprünglich einen 2 Tages Trekk über einen 3650m hohen Pass laufen, haben jedoch dann kurzfristig unsere Reiseroute geändert, da wir realisiert haben, das der Trekk 3 Tage in Anspruch nehmen würde. Zudem hatten wir kaum Infos über die Übernachtungssituation am Pass oben, sodass wir uns dann doch für die Übernachtungsvariante im sicheren Tal entschieden haben. Kluge Entscheidung, denn in der Zeit in der wir da waren, musste ein Mann aus dem Parvati-River geborgen werden und ein anderer Trekker wird bislang noch immer vermisst.
Wir haben unsere 2-Tagestour also auf zwei Einzeltage aufgesplittet. Direkt am ersten Tag hätten wir auch fast zu denen gehört die vermisst werden und nach denen irgendwo gesucht werden muss. Wir müssen uns an irgend einer Stelle für den falschen Weg entschieden haben, der uns direkt in einen Steilhang geführt hat und dort geendet hat. Da der Hang noch ohne Seil passierbar war, und wir im Tal unten einen Fluß und einen anderen Trekk sehen konnten, haben wir uns für den Querfeldein-Abstieg entschieden. Leider hat sich diese Aktion nicht zu unseren gunsten entwickelt, da das Gelände immer ungemütlicher wurde und die Beine auch so langsam Ermüdungserscheinungen zeigten. Nach mehreren versuchen nach rechts oder links aus dem Hang heraus zu queren, haben wir letztendlich doch noch eine Stelle gefunden, an der uns ein schmaler Pfad an einer passierbaren Stelle bis zum Fluß nach unten gebracht hat. Fluß war in dem Falle ein kleiner kalter Bergbach in einem Seitental, der nur wenig gefährlich war. Anders dagegen, der Parvati River im Haupttal, in dem ich lieber nicht baden möchte. Nach unserer Querfeldeinlösung haben wir uns dann allerdings erstmal ein kaltes Bad in besagtem Bach gegönnt. Danach mussten wir nur noch dem Flußbett ins Tal folgen um zu gewünschtem Ausgangspunkt zu gelangen.
Tag 2 war dann nicht mehr ganz so abenteuerreich, allerdings auch voll von seltsamen Erfahrungen. Unser Weg am Sonntag führte uns zu einem kleinen Dorf Namens Malana, welches schon seit je her abgeschnitten von der Zivilisation lebt. Mittlerweile merkt man schon die Einflüsse der Zivilisation aber dennoch scheint dort vieles wie eh und je zu sein. Das Dorf hat z.B. eine Art eigene Religion und handelt auch unabhängig von der Indischen Regierung. So darf man in Malana z.B. keine Häuser oder Einwohner berühren. Non-Malanis werden als "unberührbare" angesehen und wenn man dort etwas berührt kann man den berührten Gegenstand/Mensch nur durch eine aufwändiges Ritual, bei dem ein Lamm geopfert wird, wieder die Reinheit verschaffen.. (Wir hatten unsere Griffel glücklicherweise unter Kontrolle, aber wer sich für weitere Details interessiert: http://en.wikipedia.org/wiki/Malana,_Himachal_Pradesh)
Das ganze Gebiet in dem wir gewandert sind, ist auch bekannt für seinen exzessiven Drogenanbau. Haschisch wächst dort wie Unkraut am Straßenrand. Und das ist jetzt nicht nur metaphorisch zu verstehen, sondern das wächst da wirklich wie Unkraut am Straßenrand. Neben den ganzen "wilden" Hanfplfanzen, kann man versteckt in den Berghängen auch immer wieder angelegte Hanffelder sehen. Umso vorsichtiger sollte man sein, wenn man in die Nähe dieser Felder gelangt, da das Interesse der Bauern eher darin besteht, Touristen davon fern zu halten.
Dies führt uns auch direkt zu unserem nächsten Erlebnis und gleichzeitig dem Abschluss unserer kurzen Reise ins Gebirge. Auf dem Rückweg nach Delhi wurde unser Bus nach Drogen durchsucht. Natürlich sollten wir auch unsere Rucksäcke leeren und preisgeben was wir mit uns führen. Nicht das man bei uns etwas spannendes gefunden hätte, den weder mein Freund noch ich können mit den Drogen etwas anfangen. Aber die kleinen Rucksäcke waren für den 2 Tages-Ausflug sorgfältig und sehr gezielt gepackt. Den ganzen Mist jetzt raus und wieder hinein räumen hätte schon genug aufwand bedeutet. Umso besser das besagter Freund bei der Botschaft arbeitet. Der Polizeibeamte wollte uns grade die ganzen Sachen ausräumen lassen, als er ihm seinen Diplomatenausweis unter die Nase gehalten hat. Dieses kleine Plastikkärtchen hat uns dann vor allen weiteren Fragen und Ausräummanövern befreit. Von da an haben sich die Polizisten nur noch um die restlichen Fahrgäste gekümmert. Nicht das ich in dem Moment nicht auch vom Diplomatenstatus meines Sitznachbarn profitiert hätte, aber in dem Moment dachte ich mir: "Damn, so eine kleine "Plastikkarte" brauch ich auch unbedingt".^^
So, und da es immernoch regnet, hänge ich auch gleich noch ein paar Bilder mit dran. Mittlerweile ist es viertel nach 9 und es wäre dann so langsam an der Zeit den Heimweg anzutreten. Mal sehen wie lange ich hier heute noch sitze.
Ich sag schonmal tschüss, bis zum nächsten mal.
Seb








